Das Wappen Schorndorfs

Fritz Abele - Warum Barbara Künkelin?

Auszug aus der Begrüßungsansprache des Stifters zur 1. Verleihung des Barbara-Künkelin-Preises am 11.11.1984 im Rathaus Schorndorf.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, hohe Festversammlung,

viele Schorndorfer Bürger und sicher auch mancher von Ihnen mag sich vielleicht fragen, was mich veranlasst hat, eine Stiftung ins Leben zu rufen - zum einen, eine Stiftung überhaupt und zum andern, warum die Wahl gerade auf Barbara Künkelin als Namengeberin gefallen ist.

Nun, dies war kein spontaner Entschluss, vielmehr habe ich diesen Gedanken schon lange in mir getragen, bevor er nun zu meiner Freude in die Tat umgesetzt werden konnte.

Wer mich kennt, weiß auch, wie sehr ich mich seit jeher mit meiner geliebten Heimatstadt Schorndorf verbunden fühle und - auch durch mein Elternhaus gefördert - seit frühester Jugend am kulturellen und sportlichen, ebenso wie am kommunalen Geschehen Anteil nehme. Mit zunehmendem Alter wurde es mir mehr und mehr ein Anliegen, das bürgerlich-gesellschaftliche Leben unseres Gemeinwesens auf jedwede Art und Weise zu fördern und auch aktiv mitzuwirken, um das altehrwürdige Stadtbild mit seinen liebenswerten Fachwerkfassaden, die ein wirkliches Kleinod sind, zu erhalten.

Je intensiver ich mich indessen mit der wechselvollen Geschichte unserer Stadt befasste, umso mehr ist sie mir ans Herz gewachsen und ließ den Wunsch heranreifen, etwas zu tun, was ihrem Namen auch über die Stadtgrenzen Schorndorfs hinaus einen ganz eigenen, zusätzlichen Klang verleihen könnte und auch für die Zukunft wirksam bleibt. So kam es zu der Stiftung!

Nun hat Schorndorf freilich zahlreiche berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht, die zum Teil sogar in die Weltgeschichte eingegangen sind. Keine aber hat sich wohl in so direkter Weise um unsere Stadt verdient gemacht wie eben Barbara Künkelin, die durch ihre mutige, entschlossene und selbstverantwortliche Tat gegen den Willen des damaligen Magistrats die Übergabe Schorndorfs an die Franzosen im Jahr 1688 verhindert und die Bevölkerung dadurch vor dem Schlimmsten bewahrt hat.

Auch in unserer Zeit gibt es Frauen, die sich beherzt und auf mannigfache selbstlose Weise für andere Menschen, zum Wohle der Allgemeinheit oder für benachteiligte Randgruppen einsetzen, sich der Anliegen derer annehmen, die sich Gehör zu verschaffen oder selbst zu helfen nicht in der Lage sind. Solcher Menschen Probleme zu seinen eigenen zu machen, dazu gehört unzweifelhaft persönlicher Mut und entschlossene Einsatzbereitschaft im Sinne einer Barbara Künkelin und in ihrem Geiste. Solches Wirken zu erkennen, auzuzeichnen und zu fördern: dafür wurde der Barbara-Künkelin-Preis geschaffen. Er soll zugleich für die jeweilige Preisträgerin Ansporn und Hilfe sein, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und er soll Aufmunterung und Ermutigung sein für Frauen, die vielleicht noch abseits stehen, aber doch bereit sind, solchem Beispiel nachzueifern.

Nicht zuletzt wurde der Preis auch geschaffen, um Zeugnis davon abzulegen, in welcher Weise die Frau und ihre Leistungen, die unverzichtbar sind, auch in unserer Stadt Anerkennung und Würdigung erfahren...

Vollständiger Text in: Heimatblätter 2, Schorndorf 1985, S. 170-172

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