Das Wappen Schorndorfs
   

2018 - Sabine Constabel

Barbara-Künkelin-Preis 2018
an Sabine Constabel

Preisträgerin Sisters e.V. stellvertretend für Sabine Constabel

Sisters e.V. stellvertretend für Sabine Constabel erhält den Barbara-Künkelin-Preis 2018 für den engagierten und über 20 Jahre währenden wichtigen Einsatz von Sabine Costabel und des Vereins, Prostitution in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken, Prostituierten beim Ausstieg zu helfen, aufzuklären und den unermüdlichen und beschwerlichen Kampf für ein Sexkaufverbot in Deutschland.

Sabine Constabel und der Verein treffen damit das Anliegen des Preises direkt und unmittelbar. Gegen den Zeitgeist aber für die Zukunft und zum Wohle der Gesellschaft.

Begründung:

Sabine Constabel ist seit über 20 Jahren in der Arbeit mit Prostituierten im Stuttgarter Leonhardsviertel. Das allein ist nichts Besonderes. Das ist ihr Beruf und den erfüllt sie fachlich fundiert, wie tausende von Sozialarbeiterinnen in Baden-Württemberg.

Das Besondere an Frau Constabel ist, dass sie jene Fachfrau in Deutschland ist, die schon vor 20 Jahren, mutig öffentlich "Nein" sagte, als die Mehrheit in Politik und Gesellschaft voller Begeisterung für eine Liberalisierung der Prostitution das Wort geredet haben. Als "kleine" Sozialarbeiterin aus dem Leonhardsviertel wagte sie ihre Stimme zu erheben und sich in Vorträgen und Talkshows dem politischen Trend entgegen zu stellen. Heute wissen wir, dass Bordelle lukrative Unternehmen geworden sind. Ihre Betreiber werden nicht mehr als Zuhälter angesehen, sie sind inmitten der Gesellschaft als Wellness-Manager angekommen und bei Talkshows angesehene Gäste. Sabine Constabel prangert konsequent an, dass bei der gut gemeinten Liberalisierung die Prostituierten allein gelassen werden in ihrem individuellen Überlebenskampf und Ausstiegshilfen fehlen. Sie entwickelte im Kleinen konkrete Unterstützungsprojekte und schaffte die fachliche Vernetzung, die Stuttgart zum Vorzeigemodell für ganz Deutschland werden ließ und gründete den Verein Sisters e.V.

Ziel des Vereins ist die Einführung der Freierbestrafung in Deutschland. Es sind die Freier (zumeist) Männer, die verantwortlich sind für die Zerstörung von Leib und Seele der Frauen, die angeboten werden.

Gemeinsam mit dem Landesfrauenrat hat "Sisters e.V." zudem die Kampagne "#Rotlichtaus" ins Leben gerufen, um öffentliche Aufmerksamkeit herzustellen. Der Fokus der Kampagne liegt auf den Taten der Männer, die Frauen als Sexobjekte käuflich erwerben und die bezahlten Vergewaltigungen als legitimiert ansehen.

Elsbeth Rommel
Vorsitzende Preisgericht

Stiftung Barbara-Künkelin-Preis
Schorndorf, 9. November 2017

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