Das Wappen Schorndorfs

2002 - Ingride Staehle &
            TERRE DES FEMMES
Laudatio von Prof. Dr. Luise F. Pusch

Preisträgerin - 1984 - Katharina Adler  

 

 

 

 

 

 

Ingride Staehle, Juliane von Krause, Christa Stolle, Geschäftsführerin von TDF und Ulrike Mann, Vorstandsvorsitzende von TDF

TERRE DES FEMMES ist eine moderne Organisation, die ihr Ziel, das Thema Gewalt gegen Frauen allgemein bewusst zu machen, mit modernen, Mitteln verfolgt. Ulrike Mann, die Vorstandvorsitzende von TERRE DES FEMMES, teilt mit: "Nach Angaben der Vereinten Nationen werden ca. vier Millionen Frauen und Mädchen pro Jahr verkauft - als Ehefrauen, Prostituierte oder Sklavinnen. Bis zu 5.000 junge Frauen fallen jährlich so genannten Ehrenmorden zum Opfer. 78.000 Frauen sterben aufgrund unsachgemäß durchgeführter Schwangerschaftsabbrüche".

99% der Ressourcen und der Macht auf unserem Planeten sind in der Hand von Männern. Darüber könnte frau total resignieren. Was können wir schon ausrichten gegen solche Ubermacht? Der Versuch aber, etwas auszurichten, würde sich auch dann lohnen, wenn das Scheitern von vornherein feststünde (was in der Regel nicht der Fall ist). Denn "Widerstand ist das Geheimnis der Glücks". Wer nicht resigniert, sondern sich aufrafft und Widerstand leistet, der fühlt sich schon dadurch besser, lebendiger... Dies hat Ingrid Staehle, die Gründerin von TERRE DES FEMMES früh erkannt und in die Tat umgesetzt. Der Impuls kam von einem Buch, nämlich Benoite Groults Ainsi soitelle, auf Deutsch Odipus' Schwester, aus dem Jahr 1975. Die französiche Feministin und spätere Bestseller-Autorin Groult war eine der ersten, die die Greuel der Genitalverstümmelung kleiner Mädchen in Afrika und manchen islamischen Ländern öffentlich machte. Ingrid Staehle sagt, dass die Erkenntnis, dass es so etwas gibt, sie zutiefst erschüttert hat - "das war wie ein Schnitt ins eigene Fleisch"...

1981 gründete Ingrid Staehle in ihrem Wohnzimmer in Hamburg TERRE DES FEMMES mit zehn anderen Frauen, darunter auch Herta Haas. In den ersten Jahren hatte die Organisation zwei Schwerpunkte: konkrete Hilfe für islamische Frauen, denen ein so genannter "Ehrenmord" drohte und Aufklärung in Deutschland und Afrika über Genitalverstümmelung. Für die von Mord bedrohten Frauen galt es, die Genfer Flüchtlingskonvention so umformulieren zu lassen, dass nicht nur Verfolgung aufgrund der Rasse, der Religion oder der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe einen Schutzgrund darstellt, sondern auch die Verfolgung aufgrund des (weiblichen) Geschlechts. Bis dahin waren Frauen als Flüchtlinge nur schutzwürdig insofern ihnen Gefahren drohten, die auch Männern drohen. Die große Gefahr, die Männer für Frauen darstellen, blieb den Menschrechtlern ohne weibliche Nachhilfe verborgen. Für die Hamburger Gruppe war es sehr motivierend, eine gesetzliche Regelung zu erwirken, die vielen helfen würde...

http://www.frauenrechte.de/tdf/

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Vollständiger Text in: Heimatblätter 17, Schorndorf 2003, S. 32-42