Das Wappen Schorndorfs

2000 - Andrea Laux
Laudatio von Dr. Edit Kirsch-Auwärter

Preisträgerin - 1984 - Katharina Adler   Wir haben uns heute aus Anlass der Verleihung des 9. Barbara-Künkelin-Preises an Andrea Laux, Leinfelden, im Rathaus Schorndorf versammelt. Wir ehren eine Frau wegen ihres öffentlichen, vorbildhaften und widerständigen Einsatzes für Mütter unserer Gesllschaft. - Für Mütter? Warum für Mütter? Brauchen Mütter bei uns denn eine Lobby?

Und warum öffentlich und widerständig? Ist die Vorstellung der Mutter nicht geradezu Inbegriff privater Zuwendung und Fürsorge und ist der Konsens nicht allumfassend, unsere Konformität mit diesem Bild nicht gesichert? Mütter, die mächtigsten Figuren aus unseren Kindheitserfahrungen, eine schutzbedürftige Randgruppe?

1960 in Filderstadt-Harthausen geboren, hat Andrea Laux eine Ausbildung als Erzieherin am Fröbel-Seminar absolviert. Mit 22 Jahren ist sie Mutter geworden, von da ab stand Frederik im Mittelpunkt ihres Lebens. Berufliches Engagement, Substistenzsorgen, biografische Orientierung mussten daran angepasst, den Lebensbedürfnissen eines anderen entsprechend reorganisiert werden. Das Landesprogramm "Mutter und Kind" bietet mit seinen Gruppenangeboten ein erstes Netz sozialer Beziehungen unter Gleichen und gleich Betroffenen - aber noch keinen Ausweg aus den aufgezwungenen Engpässen und Engführungen, die diese Aufgabe mit sich bringt. Erst ein Projekt mit und für Basisgruppen ist es, das für Andrea Laux zum bestimmenden Lebensplan der nächsten Jahre wird: Mütter im Zentrum, eine Studie aus dem Deutschen Jugendinstitut, die 1985 erscheint und von den ersten Mütterzentren im Bundesgebiet berichtet.

Von der Begeisterung für die Idee bis zur Gründung des ersten Stuttgarter Mütterzentrums bei der Arbeiterwohlfahrt (das heutige EKIZ e.V.) geht es erstaunlich schnell. Motivation und Engagement von Andrea Laux müssen so stark wie die Helferinnen und Mitstreiterinnen zahlreich gewesen sein. Andrea Laux, inzwischen selbst Gruppenleiterin im Mutter-Kind-Programm, wird darüber Expertin in Sachen Selbsthilfe, Koordination und Gruppenarbeit, wird Anlaufstelle nicht nur für Frauen und Kinder, sondern auch für andere Mütterzentrums-Gründerinnen, und in der Auseinandersetzung mit Ämtern und Behörden, mit Öffentlichkeit und Basis, mit Helfer/innen und Sponsoren zur Fachfrau für Organisation...

Andrea Laux hat sich dabei besonders für die Außenkontakte engagiert. Im Internationalen Austausch- und Vernetzungsprogramm des Mütterzentren-Bundesvorstandes aktiv, ist sie maßgeblich an der Erfolgsgeschichte der Bewegung beteiligt gewesen, die zu Neugründungen in Österreich, Holland, der Schweiz, der Tschechischen Republik geführt hat, zu Kontakten nach Osteuropa (Russland, Litauen, der Ukraine und Polen), die Andrea Laux auf dem 3. Bundeskongress 1996 in Leinfelden koordiniert hat; zum Austausch mit Indien und den USA...

http://www.eltern-kind-zentrum.de/

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Vollständiger Text in: Heimatblätter 17, Schorndorf 2003, S. 17-24