Das Wappen Schorndorfs

1996 - Gisela Mayer
Laudatio von Susanne Lüdtke

Preisträgerin - 1984 - Katharina Adler   Die diesjährige Preisträgerin des Barbara-Künkelin-Preises ist zweifellos eine Frau, an der sich die Geister scheiden. Sie polarisiert, setzt sich kompromisslos für eine Sache ein, wenn sie davon überzeugt ist, scheut keine Auseinandersetzung und hat ihre politischen Erfolge im wahrsten Sinne des Wortes erkämpft...

Gisela Mayer entspricht nicht dem üblichen Bild und Rollenverhalten einer Frau in unserer Gesellschaft. Sie ordnet sich nicht unter, opfert einer harmonischen Stimmung nicht die eigenen Ziele, bleibt nicht bescheiden im Hintergrund. Sie ist nicht oder nicht nur die Gattin an der Seite eines erfolgreichen Rechtsanwaltes und nicht nur die Mutter von fünf inzwischen erwachsenen Kindern, sie ist ihre eigene Persönlichkeit, eine Frau, die sich über ihr eigenes Engagement, ihr eigenen Ideen, ihre eigene Überzeugungskraft definiert. Insofern entspricht sie ganz den Anforderungen des Barbara-Künkelin-Preises, der nur an Frauen verliehen wird, die ihren Erfolg nicht einem von ihrem Mann bekleideten Amt, sondern ausschließlich ihrer eigenen Aktivität verdanken.

Mit Gisela Mayer, der Gründerin der ersten Frauenliste in Ellwangen, ehren wir heute eine dezidiert politische Frau. Dies ist immer noch ungewöhnlich...

Wie bei vielen anderen Frauen, so ergab sich das politische Engagement auch bei Gisela Mayer aus persönlichem Erleben. Es war Ende der 70er Jahre, als sie sich in einer Bürgerinitiative gegen die Planung einer Hauptverkehrsstraße einsetzte...

Inzwischen kann Gisela Mayer auf sechzehn Jahre ununterbrochene politische Arbeit im Ellwanger Gemeinderat zurückblicken, seit 1989 ist sie auch Mitglied des Kreistages des Ostalbkreises. Ihre politische Arbeit ist in all den Jahren von Diffamierungen, Anfeindungen und Bedrohungen begleitet gewesen. "Eintagsfliegen, Krampfadergeschwader, Hühnerverein, Emanzenclub", - solche Schimpfworte musste sich die Ellwanger Frauenliste anhören, als sie zum ersten Mal 1980 antrat...

Feministisches Engagement - und ich benutze bewusst dieses Reizwort, weil es lediglich bedeutet, sich parteilich für die Rechte der Frauen einzusetzen - beschränkt sich eben nicht nur darauf, die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen zu verfolgen, sondern Frauenpolitik muss als Querschnittsaufgabe verstanden werden, die den weiblichen Blick und damit die Lebenserfahrung von Frauen in sämtliche Politikfelder zum Nutzen und für das Wohl der Gemeinschaft einbringen will. Auch dies verbindet Gisela Mayer mit der Namensgeberin des Barbara-Künkelin-Preises: beide haben sich aus der Liebe zu ihrer Stadt und in Verbundenheit mit der sozialen Gemeinschaft ihres Heimatortes mit den besten Absichten und Zielen für ihre Stadt engagiert...

http://www.frauenliste-online.de/

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Vollständiger Text in: Heimatblätter 12, Schorndorf 1996, S. 25-30